Im Nachtzug nach Belgrad wurde unser Schlaf gefühlt stündlich durch hektisches Geklopfe der Grenzbeamten Sloweniens, Kroatiens und Serbiens unterbrochen. Im Morgengrauen graute es uns beim Anblick serbischer Dörfer, denn kriegsähnliche Schauplätze zogen am Fenster unseres Zugabteils vorbei und wir stellten unseren Stopp in Belgrad in Frage. Entdeckungslust und Neugier lockten uns jedoch ins regnerische, gerad erwachende Belgrad, in dem ein Morgenspaziergang unsere Zweifel zerstreute. Den Tag beschlossen wir mit der Erkenntnis, dass der erste Eindruck manchmal so unbeständig ist wie das Wetter im Juni.