Posts mit dem Label Indien werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Indien werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Donnerstag, 4. November 2010

Incredible India – Asien Adios!

„Excuse me, M’am Sir!”, “Just a moment, it doesn’t take long!“, „Look at my shop/ restaurant!“, „Do you smoke?“, “Taxi!? Today, maybe tomorrow?“, „Just buy anything!“… sind nur einige der Phrasen, die wir zwei Monate täglich in Indien hörten.

Bei einer der wild rasanten Busfahrten spiegelte sich direkt durch die Frontscheibe der Vergleich des Landes mit seinem Straßenverkehr. Aus einer anderen Zeit stammende Vehikel, von Tieren angetrieben, treffen auf neueste Karossen, löchrige Lehmpisten verlaufen neben 4-spurigen Autobahnen, maßgeschneiderte Anzüge flattern auf Motorrädern, bunte Sarons wedeln durch die Fenster von uralten Linienbussen – Indiens Moderne verläuft parallel zu seiner traditionellen Lebensweise, außerdem verlaufen mehrere Spuren für Religionen nebeneinander.

Auf die Hundertschaften von Göttern vertrauend ist jeder Verkehrsteilnehmer, von außen betrachtet ohne jegliche Vorausschau, getreu dem Motto "Die lauteste Hupe hat Vorfahrt!" unterwegs - Indien funktioniert scheinbar regellos, willkürlich, von höherer Macht gelenkt bzw. es sind eine laute Hupe, Beziehungen, Geld… nötig, um durch den „Lebensverkehr“ zu manövrieren.

Im Gegensatz zu Deutschland, wo sogar die Polizei im Straßenverkehr auf korrekten Abstand achtet, herrscht in Indien sowohl im Straßenverkehr als auch im sonstigen Alltag ein völlig anderes Distanzgefühl - Drängeln mit Karosserie-Körper-Kontakt nichts Ungewöhnliches.
Was alles als Verkehrsmittel fungiert und welch verschlungene Wege durch den Verkehr führen, zeugen von der Kreativität der Inder – nicht nur auf der Straße, sondern auch beim Geschäfte machen.

In diesem scheinbar ungeordneten Gewusel konnten wir auch verkehrsberuhigte Zonen entdecken und einige betreten – der Straßenverkehr war außen vor, als wir uns durch die vegetarisch vielfältigen Genüsse der indischen Küche kosteten, unterschiedliche Yogatechniken übten und uns in aller Stille der Meditation widmeten.

Zwei Monate in Indien sind vergleichbar mit einem kurzen Blick durch ein Busfenster und ist somit eine Momentaufnahme ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Wir hörten des Öfteren, Indien liebt oder hasst man, wir tun Beides und das Motto I.N.D.I.A. (i never do it again) ist nicht das Unsrige.



Gestern Abend ließen wir mit den Füßen im Sand und den Wellen des arabischen Meeres im Hintergrund viereinhalb Monate Weltreise Revue passieren – noch einmal gondelten wir durch Venedig, ließen uns den eurasischen Wind in Istanbul um die Nase wehen, waren sprachlos angesichts Pekings Überdimensionalität, erlebten Abenteuer in Tibet, trekkten in Nepal, durchreisten Indien von Ost nach West, meditierten im Norden Indiens und fegten den Sand aus unserer Hütte in Goa. Von hier aus verlassen wir Asien und brechen in für uns beide unbekanntes Terrain auf, sind neugierig auf und haben Respekt vor Südamerika…

Mittwoch, 3. November 2010

Goa - Auch Weltreisende brauchen Urlaub…

Die innere Ruhe der zehn Tage Meditieren in abgeschirmter Umgebung ging auch durch die Strapazen der Reise von Mc Leod Ganj nach Goa (12 Stunden Busfahrt, 10 Stunden Aufenthalt im Flieger und auf New Dehli Airport, 2 Stunden Taxifahrt) nicht verloren und findet bei palmenübersäten Südstränden die ideale Umgebung um anzudauern. Und genauso sehen unsere Tage in Goa aus:

Freitag, 15. Oktober 2010

Dharamsala - McLeod Ganj


Bunt bemalte Häuser in den Ausläufern des Himalayas, Gebetsfahnen im Wind, unzählige tibetische Restaurants, Frauen in tibetischer Kleidung, überall Flyer, die für Yoga-, Meditations-, Koch-, Ayurveda-, Mandala Mal-, Massage, … Kurse werben - so zeigt sich McLeod Ganj seine Besucherscharen, die zum Exilwohnsitz seiner Heiligkeit dem XIV. Dalai Lama pilgern.

Auch wir wurden durch „Klein-Tibet“ erneut in den Himalaya gezogen. Hier wechselten wir von unserer „äußeren“ Reise auf eine „innere“, um Indien und uns auch spirituell zu erfahren. Zusammen mit Nonnen und Mönchen verfolgten wir viertägigen Unterricht des Dalai Lamas im Tsechokling Tempel.


Die Reise führte uns ebenso zu einem mehrtägigen Ayurvedaausflug, aber nicht dass einer denkt Ayuveda ist nur Vergnügen wie wir anfangs. Nein, da wird richtig gearbeitet, denn alles, JA ALLES, wird durch diverse Methoden aus dem Körper „rausgeholt“ (An dieser Stelle herzliche Grüße an Schwester Christian, an den wir sehr oft denken mussten).

Weiterhin reisten wir zu Yogaunterricht…


einem tibetischen Massagekurs, bei dem Krissi glückliche Versuchsperson für Martins Hände war und zukünftig auch weiter sein darf. Herzliches Highlight war die Zertifikatübergabe durch die Lehrerin Dolma bei von ihr selbstgekochtem tibetischem Thupka…

Abschließend führt uns unsere „innere“ Reise in das 10-tägige Vipassana-Schweige-Retreat. Hier werden wir täglich von 4:30 bis 21:30 Uhr fernab sämtlicher äußerer Einflüsse und Freuden geschlechtergetrennt ;( meditieren…Aber was tut man/frau nicht alles für die Erleuchtung ;)… Also Psssssst!

Montag, 27. September 2010

Amritsar

Bereits im Zug merkten wir, dass wir Rajasthan verlassen und einen neuen Bundesstaat betreten hatten. Kräftige Sikh-Männer mit Turbanen, unter denen lt. Religionsvorschrift ungeschnittenes Haar zu verbergen ist, Bärten, Säbeln und Kämmen fielen unter den sonst schmalen Indern im Abteil auf. In den Autos wurde andere Musik ala Punjabi MC gespielt – wir hatten Amritsar und damit den Punjab erreicht.


Der Sikhs größtes Heiligtum, der Goldene Tempel, war der Grund für unseren Stopp auf dem Weg in Indiens Norden. Dieser Tempel wurde 1984, als die Sikhs für einen eigenen Staat kämpften, von ihnen besetzt und anschließend von Indira Gandhis (damals Premierministerin) Truppen gestürmt und zerstört. Daraufhin wurde sie von ihren beiden Sikh-Leibwächtern erschossen. Diese Geschichte steht symbolisch für viele Spannungen innerhalb der unterschiedlichen Volks- und Religionsgruppen Indiens, die heute noch andauern - Beispiel Kaschmir-Konflikt mit Pakistan, welches bis 1947 zu Indien gehörte.

Der Goldene Tempel, im Herzen des hektischen Amritsars, thront in einem Bassin heiligen Wassers. Seine Kuppel bildet imposant eine Lotusblüte aus 750 Kilogramm Gold nach. Nicht nur wir wurden an diesem heiligen Ort sehr herzlich empfangen, sondern jeder, egal welcher Religionsangehörigkeit, Hautfarbe oder sonstiger Unterschiede, konnte hier seinen Platz, kostenloses Essen und Ruhe finden, denn ein Glaubenssatz der Sikhs ist die Gleichheit aller Menschen und diese konnten wir hier erfahren.

Im Gegensatz hierzu wurden wir nur ein paar Kilometer weiter Zeuge der sowohl auf indischer als auch pakistanischer Seite sehr patriotisch vollzogenen Grenzpostenablösung. Nach nationalstolzem Flaggenschwenken und ausgelassenem Tanzen auf der Straße, angeheizt durch bezahlte Stimmungsmacher, schrien und marschierten Grenzposten beider Seiten und waren äußerst bestrebt, sich dabei gegenseitig zu provozieren und zu übertrumpfen.