Freitag, 28. Februar 2014

Wandertag – Vulkan, die Zweite

Die kilometerreichste Strecke unserer Costa Rica-Rallye führte uns zurück ins Landesinnere. Dabei passierten wir Siquirres, die Karibikgrenze, an der bis Anfang des 20. Jahrhunderts Schwarze eine Sondergenehmigung benötigten, um weiter in den Westen reisen zu können. Bleibt zu hoffen, dass derartige Grenzen schmelzen wie unser Eis in der Sonne beim Zwischenstopp.

Als die Sonne den Vulkan Arenal zum Abend küsste erreichten wir La Fortuna. Von hier aus machten wir uns am Folgetag auf zur Arenal Observatory Lodge, die heute noch als private Forschungsstation zur Vulkanforschung, hauptsächlich aber als Hotel, fungiert. Diese diente uns als Ausgangspunkt für die Erforschung der Gegend, das Genießen von Ausblicken auf den wolkenfreien Vulkan, Weideland und Urwald.


Spontan entschlossen wir uns an der entsprechenden Weggabelung trotz Abratens den anstrengenden Aufstieg zum Cerro Chato zu wagen. Der schweißtreibende Aufstieg war jeden Meter sehenswert und in 1.100 Metern Höhe blickten wir auf den grün schimmernden, komplett von Wald umgebenen, Kratersee. Als wir einige Kilometer später im Jacuzzi der Arenal Obervatory Lodge unsere müden Muskeln umsprudeln ließen, dabei immer noch Ausblick auf den Vulkan hatten, war der Tag schon perfekt. Nur Zoe‘s Gebrauch der letzten Schwimmwindel ließ uns aufbrechen.
 

Auf diesen Tag setzte das Essen in der Lava Lounge ein I-Tüpfelchen und wurde durch die Tagesausklangatmosphäre im Parque Central umrahmt, wo wir uns unter die Ticos mischten und Dank Zoe noch spanischen Smalltalk hielten.

Mittwoch, 26. Februar 2014

Karibische Sandtage und Höhenluft

Wie das „Pura Vida“ so spielt trafen wir rechtzeitig vor dem Abendbrot mitten im samstagabendlichen Ausgehgewirr Anja und Kathleen ohne jegliche Absprache – perfecto! Zur Happy Hour stießen wir bei Meerblick an, schlemmten und lauschten einer chilligen Einmannband, die die Klänge einer Kora (Saiteninstrument mit afrikanischen Wurzeln) elektronisch verarbeitete. Den folgenden Tag begannen wir mit gemeinsamem Frühstück, welches zu Zoe-Bespaßung am Pool überging und sich zum gemeinsamen Strandvormittag entwickelte.

 

Für den Nachmittag nahmen wir das Angebot unserer Parallelreisenden an, übergaben Zoe in ihre Obhut und begaben uns in luftige Höhen. An Stahl- bzw. Carbonseilen glitten wir auf Baumkronenhöhe durch den lebendigen Wald, genossen durch Karabiner gesicherte Zweisamkeit, das Gefühl zu fliegen und Urwald aus der Höhe. Den Tag krönten wir, nachdem die Mädels unser Mädchen verwöhnt und geduscht (Danke "Duschtanten") hatten, mit Gaumenfreuden im Flip Flop bei der deutschen Restaurantbetreiberin Kirstin Herrmann. Es sollte für uns nicht das einzige Abendessen hier sein. Anschließend mussten wir uns bereits von Anja und Kathleen verabschieden und schlenderten grinsend, nunmehr wieder zu dritt in unser Hotel Pura Vida.

In den beiden verbleibenden Tagen an der Karibikküste, die uns von Anfang bis Ende in ihren Bann zog, verbrachten wir die Tage am Strand und Krissi hatte „noch nie so viel Sand an meinem Körper“, woran Zoe nicht ganz unschuldig war. Coole, naturbelassene Strände, angenehmes Klima, gutes Essen, entspannte Atmosphäre, nicht zuletzt herzliche und aufmerksame Gastgeber (Almut und Luis) – hier hätten wir es durchaus länger ausgehalten, doch wir wollten noch ein wenig mehr von Costa Rica sehen.

Samstag, 22. Februar 2014

Küstenwechsel mit Zwischenstopps

Verspätet, mit dem Gefühl des Blackberryverlusts, machten wir uns auf, um an die Karibikküste zu wechseln. Unser Weg führte uns noch ein wenig südlich an der Pazifikküste entlang bis Dominical. Über einen staubigen Weg, welcher Hauptstraße ist, holperten wir an den wenigen Unterkünften und Restaurants vorbei und fühlten uns eher in eine ausländische Surferenklave versetzt als in Costa Rica zu sein. Wir schlürften 50 Meter von der tosenden Brandung zu Ziggy Marley-Klängen Fruchtshakes und kauten einen leckeren veganen Burrito.


Kurz darauf bogen wir links ab, schlängelten uns durch die Ausläufer der Cordillera de Talamanca und fuhren ein Stück Panamerica. Der höchste Gipfel Costa Ricas, der Cerro Chirripo (3.820 m), den wir rechts liegen ließen blieb im Nebel und auch den Cerro de La Muerte (3.491 m) nahmen wir nur kurz wahr, da unsere Aufmerksamkeit komplett von der kurvigen und engen Straße in Anspruch genommen wurde. Zum Glück wurde der Gipfel seinem Namen nicht gerecht, auch wenn einige Überholmanöver prädestiniert gewesen wären.


In Cartago, der ehemaligen Hauptstadt, suchten wir die im Reiseführer angepriesene und wohlklingende Basilica de Nuestra Senora de Los Angeles und entdeckten sie eher enttäuscht im Stau stehend auf unserem Weg ins Orosital. Hier nächtigten wir mit wunderschöner Aussicht, bei einem Deutschen, der auszog um „in Hotel zu machen“.


Kurz entschlossen veränderten wir die Route nach Puerto Viejo und bauten den Vulkan Irazú ein, da der blaue, wolkenlose Himmel eine weite Aussicht versprach. Landschaftlich atemberaubend arbeiteten wir uns die stetig ansteigende Straße entlang, durch almanmutende Panoramen. Auf dem höchsten Vulkan Costa Ricas in 3.432 m Höhe schauten wir über die Wolken weit ins Land und mussten sogar kurz in den Koffer mit den warmen Sachen. Leider wurde der Ort des Donners, was ara-tzu (indigene Bezeichnung des Vulkans) bedeutet seinem Namen gerecht und bescherte uns Donner in Form von aufeinandertreffendem Blech.


Durch Polizeieinsatz (pro forma) verzögert machten wir uns verspätet auf unseren noch langen Weg an die Karibikküste. Durch unzählige Ortschaften entlang der kurvigen Straßen, über enge Brücken, … tuckelten wir bis zur Schnellstraße, die uns aber ebenfalls aufgrund eines Autounfalls aufhielt. Zoe hingegen war hierüber nicht traurig, durfte sie doch im vorderen Teil des Autos allen Vorbeikommenden Winken und „Hola“ entgegenrufen. Pünktlich zum Sonnenuntergang erreichten wir den südöstlichsten Zipfel unserer Reise, Puerto Viejo de Talamanca nah zur Grenze zu Panama.

Freitag, 21. Februar 2014

Überraschungen in Manuel Antonio

Auf gebührenpflichtigem Highway verließen wir das wuselige San Jose und zeigten kurze Zeit später Zoe erstmals den Pazifik. Zur Mittagszeit lugten wir kurz hinter den Vorhang des „Surferdorfs“ Jaco und reihten uns in die Schlange hungriger Surfer, Arbeiter und Langzeittouristen, die sich costa-ricanische Köstlichkeiten auf die Teller stapeln ließen, ein – muy rico. Danach verbrannte sich Martin die Fußsohlen am heißen Strand und wir cruisten durch üppiger werdende Landschaft weiter südlich, Richtung Manuel Antonio. Hier angekommen stellten wir fest, dass Zoe sich mit einem Wasserschlauch gefühlt einen Urlaub lang beschäftigen könnte und ihre Duschabneigung nichts mit verspritztem Wasser zu tun hat.

Kurz vor 16 Uhr checkte Martin das Internet und entdeckte Anjas Nachricht mit dem Hinweis auf das Restaurant, in dem die beiden ebenfalls durch Costa Rica reisenden Anja und Kathleen gegen 17 Uhr sitzen würden. Kurz darauf genossen wir zu fünft eine unglaubliche Aussicht auf Ozean, Wald, Sonnenuntergang und schlürften Fruchtcocktails - welch schöne Überraschung zum Tagesausklang.


Positiv überraschte uns auch der kleinste Nationalpark des Landes, den wir am folgenden Tag erwanderten. Auf jede Menge Touristen durch den Reiseführer vorbereitet, hielten wir bei den Menschentrauben an und spotteten, was vorher Guides erspäht hatten. So bekamen wir einiges der reichen Tierwelt (Rotaugenlaubfrosch, Faultiere, Spinnen, Weißkopfaffen, Leguane, Fledermäuse Waschbären, Agutis, …) am Wegesrand mit bevor wir in der Postkartenbucht ins lauwarme, ruhige, türkisfarbene Wasser eintauchten.


Nach verschwatzter Mittagszeit, in der Zoe nicht schlief, sondern uns und unsere Gesprächspartner immer wieder zum Wasserholen aufforderte, genossen wir anschließend noch eine Runde im waldigen Nationalpark. Die immer wieder aufblitzenden, schönen Ausblicke auf den Pazifik entgingen unserer kaputt gespielten, in der Kiepe schlafenden Tochter. Den Tag beendeten Zoe und Kristin am Strand von Manuel Antonio und Martin mit den Surfern um Wellen streitend im Wasser. In Sonnenuntergangsstimmung schlenderten wir zum Auto zurück und lagen nicht viel später im Bett.