Verspätet, mit dem Gefühl des Blackberryverlusts, machten wir uns auf, um an die Karibikküste zu wechseln. Unser Weg führte uns noch ein wenig südlich an der Pazifikküste entlang bis Dominical. Über einen staubigen Weg, welcher Hauptstraße ist, holperten wir an den wenigen Unterkünften und Restaurants vorbei und fühlten uns eher in eine ausländische Surferenklave versetzt als in Costa Rica zu sein. Wir schlürften 50 Meter von der tosenden Brandung zu Ziggy Marley-Klängen Fruchtshakes und kauten einen leckeren veganen Burrito.
Kurz darauf bogen wir links ab, schlängelten uns durch die Ausläufer der Cordillera de Talamanca und fuhren ein Stück Panamerica. Der höchste Gipfel Costa Ricas, der Cerro Chirripo (3.820 m), den wir rechts liegen ließen blieb im Nebel und auch den Cerro de La Muerte (3.491 m) nahmen wir nur kurz wahr, da unsere Aufmerksamkeit komplett von der kurvigen und engen Straße in Anspruch genommen wurde. Zum Glück wurde der Gipfel seinem Namen nicht gerecht, auch wenn einige Überholmanöver prädestiniert gewesen wären.
In Cartago, der ehemaligen Hauptstadt, suchten wir die im Reiseführer angepriesene und wohlklingende Basilica de Nuestra Senora de Los Angeles und entdeckten sie eher enttäuscht im Stau stehend auf unserem Weg ins Orosital. Hier nächtigten wir mit wunderschöner Aussicht, bei einem Deutschen, der auszog um „in Hotel zu machen“.
Kurz entschlossen veränderten wir die Route nach Puerto Viejo und bauten den Vulkan Irazú ein, da der blaue, wolkenlose Himmel eine weite Aussicht versprach. Landschaftlich atemberaubend arbeiteten wir uns die stetig ansteigende Straße entlang, durch almanmutende Panoramen. Auf dem höchsten Vulkan Costa Ricas in 3.432 m Höhe schauten wir über die Wolken weit ins Land und mussten sogar kurz in den Koffer mit den warmen Sachen. Leider wurde der Ort des Donners, was ara-tzu (indigene Bezeichnung des Vulkans) bedeutet seinem Namen gerecht und bescherte uns Donner in Form von aufeinandertreffendem Blech.
Durch Polizeieinsatz (pro forma) verzögert machten wir uns verspätet auf unseren noch langen Weg an die Karibikküste. Durch unzählige Ortschaften entlang der kurvigen Straßen, über enge Brücken, … tuckelten wir bis zur Schnellstraße, die uns aber ebenfalls aufgrund eines Autounfalls aufhielt. Zoe hingegen war hierüber nicht traurig, durfte sie doch im vorderen Teil des Autos allen Vorbeikommenden Winken und „Hola“ entgegenrufen. Pünktlich zum Sonnenuntergang erreichten wir den südöstlichsten Zipfel unserer Reise, Puerto Viejo de Talamanca nah zur Grenze zu Panama.