Freitag, 26. Februar 2016

Ein Platz zum Hängenbleiben

In San Agustinillo luden nicht nur die Hängematten am Strand oder die auf dem Balkon unserer Hütte zum Rumhängen ein, sondern auch jede Stelle des Strandes, insbesondere „unsere“ Badebucht und die Eisdiele gegenüber. Als Sahnehäubchen gab es in dem kleinen Örtchen z. T. großartiges Essen, natürlich Fisch, aber auch Salate, Pasta, Pizza aus dem Steinofen und Kuchen vom Feinsten. Gegessen wurde immer mit Blick aufs Wasser und Ava entdeckte ihre Leidenschaft für Tomaten.


Wellen jeder Größe machten das Baden zum Vergnügen und dank Schwimmgürtel bzw. -reifen konnten die Mädels fleißig im natürlichen Wellenbad planschen. Zoe vollführte mit riesen Stolz und Freude ihre Schwimmübungen und Ava probierte weiterhin das Laufen.


Unseren Tagesrhythmus passten wir an den der Sonne an, brauchten nur Badesachen, liefen alles barfuß und als Begleitung rauschte der Pazifik in unterschiedlichsten Tönen, welche des nachts auch mal erschreckten. Die nächtlichen Ausnahmen für die Ellis waren romantisch und eislastig.

 

Nur einmal verließen wir unser paradiesisches Fleckchen Erde und liefen einen Kilometer nach Mazunte um hier das Schildkrötenzentrum zu besuchen.


Mit reichlich Sand, Salz und Entspannung im Gepäck stiegen wir nach fast fünf Tagen in den Nachtbus nach San Cristobal d.l.c. und unsere Gedanken blieben im schaukelnden Bus noch ganz in San Agustinillo hängen.

Montag, 22. Februar 2016

Paradies mit Party-Pferdefuß

Die erlebten Strapazen waren schnell abgehakt als wir vier kurz nach Sonnenuntergang am kilometerlangen Sandstrand von Zicatella saßen, der Pazifik lautstark vor uns brandete und wir warme Luft, Salz und Sand auf der Haut spürten. Ava quietschte vor Freude als der Pazifik das erste Mal ihre Füße kitzelte.

Am ersten Tag, den wir am Hausstrand auf den inklusiven Sonnenbetten mit Essen- und Trinkservice verbrachten, dachten wir Strandurlaub kann man nicht besser verbringen. Sauberer Strand, freundlicher Service, unaufdringliche Strandhändler, spektakuläre Surfaction, 24-Stunden Supermarkt, Restaurants der kompletten Bandbreite, alles vor der Tür. Leider mussten wir „Alten“ uns an Cola und Chips halten und die Ladys Night mit Gratis Cocktails fiel für Krissi aus.


Zum Glück sagen wir im Nachhinein, die Nacht war nämlich kurz, denn kurz vor 7 Uhr brachen wir zur beim ersten Typen gebuchten „Whale Watching Tour“ auf und sollten hierbei fürs zeitige Aufstehen mehr als belohnt werden. Unser Boot, wie in Bali ohne Schwimmwestenpflicht, gesteuert von zwei sehr sympathischen Jungs war ein „lucky boat“ an diesem Tag. Die Fotos zeigen was wir alles entdeckten - sogar ein Buckelwal war dabei! Es fehlte lediglich Zoes Hai, auf den sie wartete. Ava verschlief die meiste Zeit der Tour, vermutlich war sie ein wenig seekrank.


Die Entdeckungsreise auf See blieb nicht die einzige, auch die Strände Manzanillo und Carrillio in der Umgebung waren auf ihre Weise paradiesisch.


Aber wir sind ja auch nicht ausschließlich zum Urlaub hier, sondern in Elternzeit. Unsere Mädels verdeutlichten uns dies in mehreren Anekdoten. Mit Zoe mussten wir, nachdem wir sie allein in den Supermarkt zum Wasserkauf gelassen hatten, über Ladendiebstahl sprechen, sie hatte ein Anna und Elsa-Stickerbuch nach dem Bezahlen des Wassers entdeckt und mitgenommen. Sie spielte mit uns Versteck ohne dies vorher anzusagen, was die Debatte über Herzschmerz und schmerzende Herzen aufbrachte. Die Endlosdiskussion über die Kleiderauswahl, darauf beschränkt sich ihre Flexibilität ist tägliche Routine. Ava wäre lieber zur jede Nacht direkt gegenüber stattfindenden Party gekrabbelt und das mit lautem Gebrüll und dem Kopf durch die Wand, im wahrsten Sinne des Wortes. Ihre Mobilität macht seit Tagen Fortschritte. Von der ersten hochgekrabbelten Treppe bis zur ersten erkletterten Rutsche war in den letzten Tagen vieles dabei. Und jetzt blitzen auch oben zwei weitere Zähnchen, so dass der Sand jetzt auch zwischen vier Zähnen richtig knirschen kann. Sollte die Astrologie doch passende Bilder gefunden haben? 

So stellen wir im  ersten ruhigen Moment unserer Reise auf dem Balkon bei Gatorade und mexikanischem Radler mit Salz fest, dass es nicht unsere Zeit der nächtlichen Partys und des Ausschlafens ist, sondern Rhythmus und Themen sind die frischer Eltern. Angesichts der beiden Sonnenscheine, mit denen wir diese Elternzeit verbringen können, ist dies eine neue, bereichernde Lebensfarbe, die „Fremd“-Entertainment komplett überflüssig macht, da jeder Moment unsere volle Aufmerksamkeit erfordert und uns der Schlaf meist vor Partybeginn einholt. Deswegen sind wir neugierig, wie viel ruhiger unser nächster Stopp in einem mexikanischen Fischerdörfchen wird. Gute Nacht Rumba Nacht :)

Freitag, 19. Februar 2016

(K)ein K(o)atzensprung – Über die Berge an die Pazifikküste

Um von Oaxáca de Juarez  nach Puerto Escondido zu kommen, entschieden wir uns für die „kurze“ Route durch die Berge, auf der man nicht 10, sondern nur 7 Stunden an die Pazifikküste benötigt. Dass dies weder ein Katzensprung ist, sondern vielmehr dem Wortspiel mit verändertem Vokal gleichkommt, mussten wir leidvoll feststellen.
Die laut Reiseführer reizvolle Sierra Madre del Sur, welche wir auf der „Abkürzung“ durchfuhren, zog leider weitgehend unbeachtet an uns vorbei, da wir äußerst konzentriert beobachten, wie unser Fahrer den Kleinbus durch die Non-Stopp-Kurven-Berglandschaft quälte. Vollge… aber glücklich spukte uns der Kleinbus in Puerto Escondido aus und es beruhigte uns, dass der Taxifahrer bei der Erwähnung unserer Route große Augen machte, erstaunt ausrief und auf die „normale“ 10-stündige Route hinwies.

Donnerstag, 18. Februar 2016

Zwischenstopp entwickelt sich – Oaxaca de Juárez

Nach einer kuscheligen Busfahrt mit uns vieren auf zwei Sitzen, die Alternativen waren mit zu langer Wartezeit für uns verbunden, erreichten wir Oaxaca de Juárez. Während der Fahrt wechselten Krissi und ich jeweils die „Auf-dem-Schoß-Sitzerinnen“ durch und hatten so eine bewegte Fahrt, deren Dauer mit guten sieben Stunden ohne Pause ausreichend war.

Die Hauptstadt des lt. Lonley Planet ärmsten Bundestaates Mexicos empfing uns bunt und geschäftig, zog uns aber spätestens beim abendlichen Spaziergang über den Zócalo  in seinen Bann. Zoe offenbarte beim Luftballonhändler ihre Ja-Sager-Mentalität zu Schnäppchen und Souvenirs. Der Anna und Elsa Luftballon war wenig später davon geflogen und sorgte für einen emotionalen Moment. Leider fielen wir am ersten Abend auf unser erstes Touri-Restaurant mit durchschnittlichem Essen herein, dieser „Ausrutscher“ wurde aber in den kommenden Tagen kulinarisch mehr als wett gemacht. Geniales Frühstück in schattigem Innenhof, „frutas preperado“ – frische, vor unseren Augen zerlegte Mangos, Melonen, Papayas und  Grillfleisch in äußerst lebendigem Geschäftstreiben des Marktes, „tortas con todos“ – belegte und gegrillte Brötchen deluxe, tlayudas – für Oaxaxa bekannte gefüllte Maisfladen, die direkt auf der Straße gegrillt werden. Alles Leckereien, die für ein schmales Budget zu haben sind, die wir meist in geselliger Umgebung unter hm-Lauten genussvoll mit den Händen verzehrten.


Für einen Ausflug setzten wir uns in den Linienbus und fuhren eine halbe Stunde 6 Kilometer den Berg hinauf um die Ruinen der Zapoteken-Stadt Monte Albán zu besichtigen. Der Berg selbst wurde ca. 200 v. Chr. abgeflacht und die Ruinen dieser ehemaligen Stadt, die wir erkletterten, hinterließen eine beeindruckte Idee davon, welche Ausmaße diese einstmals gehabt haben muss. Seine exponierte Lage bot tolle Ausblicke in die umliegenden Gebirgsketten. Die ausgestellten in Stein gemeißelten Hieroglyphen könnten darauf schließen lassen, dass die Bewohner zu den ersten Menschen Mexicos gehörten, die Kalender und Schrift kannten und nutzten. Vorteil unserer späteren Ankunft in Monte Albán war, dass wir ziemlich allein auf die Reise in die Vergangenheit dieser  aufgegebenen Stadt gehen konnten.
 
Monte Albán und das quirlig-koloniale Oaxáca de Juarez mit seinen zahlreichen kulinarischen Entdeckungsmöglichkeiten machten unseren Halt auf dem Weg zur Pazifikküste zu mehr als einem Zwischenstopp.