Dienstag, 31. August 2010

Auf Buddhas Spuren von Nepal nach Indien

Als wir bei unserem abendlichen Erkundungsspaziergang durch Lumbini Richtung Horizont blickten, verabschiedeten uns die Berge mit einem letzten Ausblick. Die Gipfel lagen zu diesem Zeitpunkt über sieben Stunden Busfahrt hinter uns. Die Fahrt führte uns über einige Erdrutsche auf den Gebirgsstraßen, vorbei an vom Wandern bekannten Flüssen und vom Monsun überschwemmten Feldern - dieser nötigte uns auch im Inneren des Busses zu Regenbekleidung.

Lumbini, wo Prinz Siddharta in einem riesigen Hain vor über 2500 Jahren geboren wurde, war entgegen unseren Erwartungen ein kleines, sehr einfaches Dorf, welches kaum mit Touristen, und der für gewöhnlich um sie herum entstehenden Infrastruktur aufwartete. So stiegen wir in einem „very basic“ Guest House ab, wo uns feuchte Hitze, Mücken und harte Betten jede der drei Nächte um den Schlaf brachten. Das Essensangebot beschränkte sich auf Chapati mit Linsen am Morgen und Dhal Bat am Abend.


Entschädigt wurden wir von der Atmosphäre des Parks, die uns einen ganzen Tag gefangen hielt. Bäume und Klostermauerruinen, die vermutlich davon berichten könnten, wie der Prinz gleich nach seiner Geburt die ersten Schritte ging und in den Spuren Lotusblumen erblühten ruhten friedlich im Morgengrauen. Mit indischen Fahrrädern, die an einem Körperteil Krissis längere Spuren hinterließen ;) durchkreuzten wir weiter den Park, in dem länderspezifische Klöster, Tempel und Meditationshäuser die verschiedenen buddhistischen Ausprägungen darstellen. Bis zur vermutlich noch Jahre dauernden Fertigstellung aller Vorhaben wird die Atmosphäre hier und da von Baulärm und Baustellen unterbrochen. Wir unterbrachen unsere Tour für ein Nickerchen im Schatten der von Japan gestifteten und an diesem Tag menschenleeren Weltfriedenspagode, besuchten den deutschen Tempel, der mit akkuratem Garten, sauberer, schön gestalteter Anlage, allerdings ohne Mönche oder Deutsche offen stand und kehrten beim Sonnenuntergang zurück.


Unser Tagesausflug am Folgetag führte uns durch das nepalesische Hinterland ins ca. 25 Kilometer entfernte Tilaurakot. Hier besichtigten wir die Ruinen des Königspalastes, aus dessen Osttor Prinz Siddharta zu seiner Suche in Richtung Indien aufbrach und Familie und weltliche Güter hinter sich ließ. Wir verließen am Folgetag Nepal ebenfalls Richtung Indien. Dabei waren wir sprachlos verrenkte Statisten im Wettbewerb „Wer bekommt die meisten Menschen in einen Bus gestapelt?“, wissend um Buddhas erste der vier edlen Wahrheiten „Leben ist Leiden“ ... ;)

Donnerstag, 26. August 2010

Annapurna-Umrundung

Vom 01. bis zum 25. August konnte man uns auf der Trekkingroute um das Annapurna-Massiv im Herzen Nepals begegnen. In dieser Zeit wanderten wir ca. 300 Kilometer, überquerten gut akklimatisiert durch Tibet den 5.416 m hohen Thorung Pass, sahen laut nepalesischer Auskunft den höchsten See der Welt (Tilicho Lake auf 4.919 m), hatten unzählige Blasen, vier Blutegel (die sich fairerweise 2:2 aufteilten), steigerten unseren Zuckerkonsum drastisch (Martin brauchte seinen nur beibehalten) messbar im Tee und an der Snickersmenge, genossen die Ruhe der Berge und passten unseren Tagesrhythmus an das Sonnenlicht an.

Wir lassen Bilder und Zitate von der Wanderung erzählen:
  • K im restlost überfüllten (Chaos-)Bus auf unbefestigter Straße von Besi Shahar nach Bhulbule: „Zu welcher Seite umkippen wäre besser?“
  • K beim Aufstieg durch Reisfelder zu M: „Einfach gehen, nicht anhalten! GEHHH!“
  • K: „So habe ich noch nie geschwitzt in meinem ganzen Leben!“
  • M: „Die Socken (aus Schafswolle, Anm. Traveltins) sind wieder Schafe vom Geruch her. Mäöhhhhhh.“
  • K: „Sind die Sachen trocken?“ M: „Grummelllll, alles ist halbtrocken.“
  • M: „Das ist ein Blutegel.“
  • M & K beim hastigen Wassertrinken aus der Quelle: „Jetzt ist es auch egal!“
  • M: „Meine Trekking-Traumfrau…“ K darauf: „…ich kotz Dir gleich hier hin!“
  • K: „Wir hatten bei der letzten Unterkunft definitiv Bettflöhe!“
  • K: „Super, den Fußbalsam kann man auf alle geschwollenen Stellen schmieren!“
  • K nach dem Trinken aus einer Flasche mit Insekt: „Upps, jetzt ist kein Tier mehr drin.“
  • K: „Ich frage mich, warum wir das ganze hier machen?!?“
  • M: „Hier gibts ein Sitzklo, hier bleiben wir!“
  • K beim Sockenriechen: „Das erschreckt mich selbst!“
  • M: „Ich habe mich gerade auf Klo betrachtet und nicht zugenommen (trotz der ganzen Snickers, Anm. Traveltins)“
  • M stolz nachdem er einmal beim Karte lesen Recht hatte: „Nenn mich Aufspürer des Weges!“
  • M: „Es gibt tatsächlich Leute, die auf die Frage nach mehr Reis, mit NEIN antworten!“
  • K: „Denkst Du, dass das Porridge schlecht war?“ M antwortet nickend.
  • M: „Selbst die Hühner suchen einen trocknen Platz im Speiseraum!“
  • K: „Trotz der Schinderei habe ich jeden Augenblick genossen.“
  • M: „Trotz einiger Erschütterungen liebe ich Dich unerschütterlich!“






P.S. Martins neuer Look zur Vorbereitung auf ein Wiedersehen ;)

Sonntag, 1. August 2010

zu Fuß...



...wollen wir checken, was sich hinter den Wolken befindet. Wir haben heute dahinter schon einen 8.000er vorlunschen sehen und wollen mehr! Mal sehen, was uns auf unserer Annapurna-Umrundung erwartet - in jedem Fall werden wir in den nächsten dreieinhalb Wochen Kilometer in die Füße und wahrscheinlich kein Internet zwischen die Finger bekommen...;) Eure Travel'tins