In einem fruchtbaren Tal umringt von Bergketten vereinen sich in Kathmandu die Annehmlichkeiten wie Restaurants, Einkaufsmöglichkeiten, warmes Wasser, Sitzklos und die negativen Erscheinungen wie Lärm, Dreck und Verkehrschaos einer westlichen Großstadt.
Wir nutzten die Hauptstadt Nepals um tibetischen Staub aus unseren Sachen zu klopfen, westlichen Genüssen nachzugehen wie z. B. Vollkornbrot, Burger, Salat und Schokolade essen, aber auch für Yogastunden, Literaturaufstockung, zur Erkundung der Gegend und für Recherchen bezüglich unserer nächsten Etappe und wohnten dabei im quirligen Stadtteil Thamal, die Dresdner Neustadt Kathmadus an einem sehr ruhig gelegenem Plätzchen mit eigener Dachterrasse. Auch unsere Rucksäcke unterzogen wir einer Nützlichkeits-Gewichtskontrolle und dank Winfried, einem Reisegefährten in Tibet, konnten wir einige Utensilien wieder nach Deutschland schicken.
Zu Fuß erkundeten wir Durbar Square (höchste Tempeldichte Nepals) und Swayambhu, einen der ältesten Tempel Nepals, für den Manjusri, der Buddha der Lehre, extra mit seinem Schwert einen Spalt in den Fels schlug, um den Bauplatz trocken zu legen. Seine Läuse wurden zu Affen, denen der Tempel seinen heutigen Beinamen „Affentempel“ verdankt. Nachdem wir die Sehenswürdigkeiten im begehbaren Radius besichtigt hatten, erweiterten wir diesen zweirädrig motorisiert. Wir machten einen Abstecher zur früheren Königsstadt Pathan im Süden Kathmandus und ließen uns anschließend auf die spezielle Atmosphäre einer heiligen Hindustätte, Pashupatinath, ein. Hier bekamen wir mit Hindutempeln, Saddhus, heiligen Kühen und Leichenverbrennungen einen Vorgeschmack auf Varanasi in Indien. Mit hinduistischen Eindrücken ging es weiter nach Boudha, einer der größten Exilgemeinden für Tibeter in Nepal. Fast weggeschwemmt und klitschnass vom Monsunregen bezogen wir Quartier Fenster an Tür mit einem Kloster, so dass wir am folgenden Morgen 5:00 Uhr beim Morgengebet „live dabei“ waren. Wir fuhren vorbei an Reisbauern, wildem Marihuana, vereinzelten Häuschen und versuchten mit unser scheinbar veralteten Karte die richtigen Wege zu finden ohne den nepalesischen Straßenschildern Bedeutung entlocken zu können. Dank einheimischer Wegbeschreibung fanden wir den kürzesten aber auch schlammigsten, steilsten Weg mitten durch Reisfelder zum Kloster in Changu Narayan, von wo wir einen herrlichen Blick über das Kathmandu Valley hatten.
Nach einer kurzen Nacht ging es in einer aufregenden Busfahrt Richtung Westen nach Pokhara, wo wir am Nachmittag durch die Spitze des Machhapuchhre begrüßt wurden. Von hier brechen wir zu einer mehrwöchigen Umrundung des Annapurnamassivs auf und sind gespannt was uns erwartet.