Heute, am Tag vor unserer Rückreise, sitzen wir unter bedecktem Himmel im „Vorgarten“ unserer Strandhütte und fragen uns, ob das Wetter uns den Abschied erleichtern möchte. Während wir Bilanz ziehen schläft Ava, durch einen Sturz lädiert, auf Krissis Bauch und Zoe feiert in ihrer imaginären Welt mitten in den Dünen Hochzeit.
Den wunderschönen, langen, weißen Strand vor türkisblauem Wasser tauschen wir ungern gegen die deutsche Kälte ein, obwohl die hiesige Urlaubsregion sich für uns sehr auf den Pauschalurlauber zugeschnitten und teilweise nach Vergnügungspark einschließlich zu hoher Preise anfühlt. Da die Strandhotelpreise für uns unerschwinglich waren, wichen wir in eine privat vermietete Cabaña aus, die im Kontrast zu den Hotelanlagen sehr einfach ist, und obwohl gerade weil sie nur zeitweise Wasser bot und wir die Abende bei Kerzenschein verbrachten, werden wir gern an dieses Refugium einschließlich Meeresblick und -rauschen zurückdenken.
Die letzten Tage verbrachten wir überwiegend am Strand und genossen es dabei, wenn die Aufmerksamkeit unserer Chicas auf Anja ruhte, was uns immer wieder kurze Ruhezeiten verschaffte.
Gemeinsam besuchten wir die beeindruckend am Strand gelegenen Mayaruinen und übergeben mit dieser unserer letzten Aktion den Mexico-Entdeckerstab offiziell an Anja. Möge das Gewitter, welches sich während unseres Abendbrots im Beachrestaurant heftig entlud und den Sonnenuntergang scheinbar vorzog, das einzige auf ihrer Reise sein.
Mit unseren Tagen in Tulum endet unsere Familienzeit in Mexico, deren besondere Erlebnisse, Orte und Begegnungen wir fast ausnahmslos unter die Überschrift „positiv überrascht“ stellen können. Auf dem sogenannten Gringotrail fuhren wir ca. 52 Stunden mit dem Bus, legten insgesamt mehr als 2.700 Kilometer zurück, schliefen an 12 Stationen, bewunderten 6 Ruinenstädte und neue Zähne von Ava, zählten nicht die "Que bonita"-Ausrufe über unserere blond und blauäugigen Ava, die Kleidungs- Frisierdiskussionen mit Zoe, Eiskugeln, Eier, Tortillas, Stiche, blaue Flecke, Biere und Refrescas, Tortillas, Bohnenmusportionen, Obstteller und natürlich auch Kekse.
Auf diesem von Touristen ausgetretenem, sehr verschiedenartigem Pfad erlebten wir überwiegend den „Adler“, hörten aber auch von und sahen die „Schlange“. Laut Legende kämpfen in Mexico seit ewigen Zeiten Schlange, welche die negativen Eigenschaften Ausbeutung, Unterdrückung, Armut symbolisiert, und Adler miteinander. Wir wünschen den MexikanderINNEn, die uns gastfreundlich, lebendig und mit ausgeprägter Kinderfreundlichkeit begegneten, dass der Adler diesen unendlichen Kampf gewinnt. Der Himmel ist freigezogen und die Sonne lacht wieder.
Der Himmel ist freigezogen. Lasst uns noch mal ins Wasser gehen und uns dann etwas Leckeres zum Abendbrot suchen… Hasta luego Mexico!