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Dienstag, 22. März 2016

Tulum – Sandiger Abschied

Heute, am Tag vor unserer Rückreise, sitzen wir unter bedecktem Himmel im „Vorgarten“ unserer Strandhütte und fragen uns, ob das Wetter uns den Abschied erleichtern möchte. Während wir Bilanz ziehen schläft Ava, durch einen Sturz lädiert, auf Krissis Bauch und Zoe feiert in ihrer imaginären Welt mitten in den Dünen Hochzeit.


Den wunderschönen, langen, weißen Strand vor türkisblauem Wasser tauschen wir ungern gegen die deutsche Kälte ein, obwohl die hiesige Urlaubsregion sich für uns sehr auf den Pauschalurlauber zugeschnitten und teilweise nach Vergnügungspark einschließlich zu hoher Preise anfühlt. Da die Strandhotelpreise für uns unerschwinglich waren, wichen wir in eine privat vermietete Cabaña aus, die im Kontrast zu den Hotelanlagen sehr einfach ist, und obwohl gerade weil sie nur zeitweise Wasser bot und wir die Abende bei Kerzenschein verbrachten, werden wir gern an dieses Refugium einschließlich Meeresblick und -rauschen zurückdenken.


Die letzten Tage verbrachten wir überwiegend am Strand und genossen es dabei, wenn die Aufmerksamkeit unserer Chicas auf Anja ruhte, was uns immer wieder kurze Ruhezeiten verschaffte. 


Gemeinsam besuchten wir die beeindruckend am Strand gelegenen Mayaruinen und übergeben mit dieser unserer letzten Aktion den Mexico-Entdeckerstab offiziell an Anja. Möge das Gewitter, welches sich während unseres Abendbrots im Beachrestaurant heftig entlud und den Sonnenuntergang scheinbar vorzog, das einzige auf ihrer Reise sein.
 
Mit unseren Tagen in Tulum endet unsere Familienzeit in Mexico, deren besondere Erlebnisse, Orte und Begegnungen wir fast ausnahmslos unter die Überschrift „positiv überrascht“ stellen können. Auf dem sogenannten Gringotrail fuhren wir ca. 52 Stunden mit dem Bus, legten insgesamt mehr als 2.700 Kilometer zurück, schliefen an 12 Stationen, bewunderten 6 Ruinenstädte und neue Zähne von Ava, zählten nicht die "Que bonita"-Ausrufe über unserere blond und blauäugigen Ava, die Kleidungs- Frisierdiskussionen mit Zoe, Eiskugeln, Eier, Tortillas, Stiche, blaue Flecke, Biere und Refrescas, Tortillas, Bohnenmusportionen, Obstteller und natürlich auch Kekse.

Auf diesem von Touristen ausgetretenem, sehr verschiedenartigem Pfad erlebten wir überwiegend den „Adler“, hörten aber auch von und sahen die „Schlange“. Laut Legende kämpfen in Mexico seit ewigen Zeiten Schlange, welche die negativen Eigenschaften Ausbeutung, Unterdrückung, Armut symbolisiert, und Adler miteinander. Wir wünschen den MexikanderINNEn, die uns gastfreundlich, lebendig und mit ausgeprägter Kinderfreundlichkeit begegneten, dass der Adler diesen unendlichen Kampf gewinnt. Der Himmel ist freigezogen und die Sonne lacht wieder. 


Der Himmel ist freigezogen. Lasst uns noch mal ins Wasser gehen und uns dann etwas Leckeres zum Abendbrot suchen… Hasta luego Mexico!

Freitag, 18. März 2016

Systemänderung

Unser kleines „System“ änderte sich als wir Anja am Cancun Airport abholten und unser Fortbewegungsmittel auf Auto umstellten. Für die letzte Woche würden wir vierrädrig die Karibikküste bis Tulum unterwegs sein und bereits auf den ersten Kilometern entlang der Riviera Maya stellten wir fest, dass sich nicht nur die Kopf- und Radanzahl verändert hatte, denn wir waren in einer extrem ausgebauten Touristenlandschaft mit riesigen Hotelanlagen gelandet. Wir versicherten Anja, dass das Mexico, was wir bisher gesehen hatte anders ist und waren froh, als wir den Highway kurz vor Akumal verlassen konnten und in eine kleine Oase abbogen. Die im Wald gelegene Anlage begrüßte uns mit klarem Sternenhimmel und die italienische Auswandererfamilie mit einer ordentlichen Portion Herzlichkeit und Fettucini Bolognese zur Nacht. Den Folgetag klinkten wir uns komplett aus und verbrachten ihn am und im Lagunenpool, aus dem wir uns nur wegen der Familienpizza Margarita (vermutlich italienisches Blech) und einen kurzen Abstecher an den Playa de Akumal bewegten.


Die nette Laguna Yal-ku bot einen Einblick in die Unterwasserwelt und Zoe „schnorchelte“ das erste Mal in ihrem Leben. Die amerikanischen Touristen in Komplettausrüstung (Brille, Schnorchel, Flossen, Weste) irritierten uns Bikinischnorchler mit geteilter Maske schon, auch wegen der Preise, die offenbar an zahlungswilligere „Dollarurlauber“ angepasst schienen.

Mittwoch, 16. März 2016

Fast schon „frech“…

… dachten wir beim Beobachten des Sonnenuntergangs während sich Pelikane und Möwen Fisch angelten, das Wasser noch einmal sanfter als am Tag wirkte, drei Fischer den Moment Muscheln blasend untermalten, Zoe und Ava am Strand spielten und wir mit den Füßen im Sand bei eiskaltem Margarita und Bier auf unseren gegrillten Fisch warteten...und bei einigen weiteren Momenten auf der für uns traumhaften Insel Holbox. „Frech“, weil in den Augenblicken für uns einfach alles zusammen passte. Wir waren zu viert, unsere Mexiko-Reise verlief bis dato wundervoll, dazu noch voll positiver Überraschungen, der Tag hatte einfach Spaß gemacht und der Moment war einer dieser Momente…


Isla Holbox erreichten wir im Regen und die nicht asphaltierten Straßen waren aufgeweicht. Doch spätestens beim ersten Frühstück war sie wieder eine der positiven Überraschungen unseres Mexico-Abenteuers. Als wir wenig später im Golfcar über die Insel cruisten, entdeckten wir schöne Stellen für die kommenden Tage, die wir im „Tranquillo-Modus“ mit Baden, Buddeln, Beachen, Schnacken, Hüpfburgen und (wieder mal) Essen verbrachten.